PFAS – „Ewigkeitschemikalien“ im Fokus: Neue Grenzwerte, Vorkommen, Gesundheitsgefahren und Langzeitfolgen

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen, kurz PFAS, stehen zunehmend im Zentrum von Umwelt-, Gesundheits- und Verbraucherschutz. Neue, deutlich verschärfte Grenzwerte in der Europäischen Union unterstreichen die Brisanz des Themas. Doch was genau sind PFAS, wo kommen sie vor und warum gelten sie als besonders problematisch?

Was sind PFAS?

PFAS sind eine große Gruppe von mehr als 10.000 synthetisch hergestellten Chemikalien, die seit den 1950er-Jahren industriell genutzt werden. Charakteristisch ist ihre extrem stabile Kohlenstoff-Fluor-Bindung, die sie hitze-, wasser-, fett- und schmutzabweisend macht. Diese Stabilität stellt jedoch ein großes Problem dar, denn PFAS bauen sich in der Umwelt praktisch nicht ab – daher der Begriff „Ewigkeitschemikalien“.

Wo kommen PFAS vor?

PFAS wurden und werden in zahlreichen Alltags- und Industrieprodukten eingesetzt, unter anderem in:
* Antihaftbeschichtungen (z. B. Pfannen)
* Outdoor- und Funktionskleidung
* Lebensmittelverpackungen (z. B. beschichtete Papiere)
* Feuerlöschschäumen
* Imprägniermitteln für Textilien und Teppiche
* Kosmetika
* Galvanik, Halbleiter- und Chemieindustrie

Besonders problematisch ist ihr Eintrag in Boden, Grundwasser und Trinkwasser, etwa durch:
* industrielle Abwässer
* kontaminierte Klärschlämme
* Feuerwehreinsätze mit Löschschaum
* Deponien und Altlasten

Neue und verschärfte Grenzwerte

Aufgrund der wachsenden Erkenntnisse zu Gesundheits- und Umweltrisiken hat die EU die gesetzlichen Regelungen verschärft:

* Seit 2023/2024 gelten deutlich niedrigere Grenzwerte für PFAS im Trinkwasser
* Künftig wird nicht mehr nur auf einzelne Stoffe geschaut, sondern auf die Summe bestimmter PFAS oder sogar auf Gesamt-PFAS

Für Wasserversorger, Kommunen und Industrie bedeutet dies aufwendigere Analytik, teure Aufbereitungstechniken sowie die Sanierung belasteter Standorte.

Zudem arbeitet die EU derzeit an einem umfassenden PFAS-Beschränkungsverfahren, das weite Teile der Stoffgruppe verbieten oder stark einschränken soll – mit Ausnahmen nur dort, wo derzeit keine Alternativen existieren.

Gesundheitsgefahren: Warum PFAS problematisch sind

PFAS gelangen über Trinkwasser, Nahrung und die Atemluft in den menschlichen Körper. Dort werden sie kaum ausgeschieden und reichern sich über Jahre an.

Studien bringen PFAS unter anderem in Verbindung mit:
* Störungen des Immunsystems
* Erhöhten Cholesterinwerten
* Leber- und Schilddrüsenerkrankungen
* Hormonellen Störungen
* Verminderter Fruchtbarkeit
* Entwicklungsstörungen bei Kindern
* Erhöhtem Risiko für bestimmte Krebsarten (z. B. Nieren- und Hodenkrebs)

Langzeitfolgen für Umwelt und Gesellschaft

Die Folgen von PFAS sind nicht nur medizinisch, sondern auch ökologisch und wirtschaftlich gravierend:
* Dauerhafte Belastung von Böden und Gewässern
* Hohe Kosten für Trinkwasseraufbereitung
* Einschränkungen bei der Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen
* Haftungsfragen für Kommunen und Unternehmen
* Generationenübergreifende Gesundheitsrisiken

Einmal freigesetzt, bleiben PFAS über Jahrzehnte bis Jahrhunderte in der Umwelt.


Quellen: 

www.umweltbundesamt.de/faq-0
echa.europa.eu/de/hot-topics/perfluoroalkyl-chemicals-pfas
germany.representation.ec.europa.eu/news/sauberes-trinkwasser-zusatzliche-eu-weite-schutzmassnahmen-gegen-pfas-treten-kraft-2026-01-13_de
www.verbrauchergesundheit.gv.at/lebensmittel/pestizidrueckstaende-kontaminanten/PFAS-TFA.html

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