Lufthygiene 2021 – Status quo in Corona-Zeiten

Der Jahreswechsel ist überwunden, jedoch gestaltet sich der Betrieb gebäudetechnischer Anlagen weiterhin in einigen Bereichen aufgrund der anhaltenden Pandemiesituation schwieriger als in „normalen“ Zeiten.

Eines jedoch hat sich im abgelaufenen Jahr gezeigt – die Hygiene hat stark an Bedeutung gewonnen, die Nutzer verstehen, dass nur von sicheren Anlagen und Geräten keine Gesundheitsgefahren ausgehen.

Schade finde ich persönlich, dass in der öffentlichen Diskussion und Festlegung gesetzlicher Regeln für Abstandsregeln sowie Maskenpflicht die automatische Lufterneuerung durch RLT-Anlagen und deren Vorteile gegenüber natürlicher Lüftung in Innenräumen keine Rolle spielt. Immerhin verstehen die Menschen nun auch, dass CO2 nicht nur für den Klimawandel herangezogen wird, sondern auch ein Luftgüteindikator für die Raumluft ist.  
Das verringerte Ansteckungsrisiko durch permanente Frischluftzufuhr ließe beispielsweise zu, dass für Veranstaltungsräume (z.B. Präsenzveranstaltungen in der Weiterbildung) eine höhere Personenanzahl zugelassen werden könnte als in natürlich belüfteten Räumen. Diese meiner Meinung nach notwendige Differenzierung überfordert scheinbar die politischen Entscheider mitsamt deren Beraterstäben ...

Bleiben Sie gesund, denken Sie positiv und bleiben Sie negativ (Covid!),
Ihr Robert Priller, domatec GmbH

Corona-Test für Filter in raumlufttechnischen Anlagen und Geräten

Der sichere Betrieb von raumlufttechnischen Anlagen in Pandemiezeiten stellt insofern eine Herausforderung dar, weil das SARS-CoV-2-Virus über die Raumluft als Umluft oder Abluft in lufttechnische Systeme gelangen kann und somit eine Verdriftung nicht gänzlich auszuschließen ist.

Mit solchen Herausforderungen hat man sich im internationalen Umfeld bereits vor Jahren anlassbezogen auseinandergesetzt und entsprechende Untersuchungen durchgeführt und dokumentiert*.
Bei einem Ausbruchsgeschehen in einer amerikanischen Liegenschaft wurden mehrere Personen mit dem Adenovirus infiziert, zeigten eindeutige Symptome und wurden mit Antibiotikagaben behandelt. Bei der Suche nach der Quelle wurde eine RLT-Anlage lokalisiert, deren Zuluftfilter mit dem Virus kontaminiert wurde und somit die Infektionshäufung in den Wirkbereichen der Anlage nachvollzogen werden konnte.    
Aus Gründen wie diesem ist die in Fachkreisen gewonnene Erkenntnis, höhere Filterqualitäten in RLT-Anlagen und -Geräten als Präventivmaßnahme gegen Corona zu verwenden, ein wichtiger Beitrag für einen sicheren Anlagenbetrieb.

Der Hygienezustand von Luftfiltern in Bezug auf Viren konnte bisher nur mit sehr aufwändigen Untersuchungen festgestellt werden. Die domatec GmbH hat nun eine Methode entwickelt, mit welcher eine mögliche Viruskontamination von Luftfiltern durch das Aufspüren eines spezifischen Corona-Proteins auf den Anströmflächen von Filtern möglich ist.
Luftfilter sind ein idealer Probenort, denn darüber strömen täglich große Luftvolumina, welche einen Rückschluss auf die Luftqualität in Innenräumen zulassen. Die Anwendung des Tests trägt auch dazu bei, dass eine praxisgerechte Filterstandzeit in der Pandemiesituation ermittelt werden kann. Darüber hinaus dient das Testergebnis dazu, eine ergänzende Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren und rechtssicher zu handeln.

Nähere Informationen zum Virosafe Hygienecheck finden Sie unter www.domatec.info/index.php

Mykotoxine aus raumlufttechnischen Anlagen

Im Rahmen von Hygieneinspektionen für RLT-Anlagen und -Geräte werden sowohl von Oberflächen als auch aus der Luft Bakterien und Schimmelpilze festgestellt, um den Hygienezustand periodisch festzustellen.

Für Oberflächen liegen mit der VDI 6022 Blatt 1 Richtwerte vor, für die Beurteilung der Luftqualität gibt es keine einheitlichen Vorgaben – letztlich stützt man sich auf vergleichende Messungen sowie Risikobeurteilungen für Biostoffe.

Besonders wichtige Parameter im Hinblick auf mögliche Gesundheitsgefahren aus der Raumluft sind jedoch Toxine, also Giftstoffe, welche von Bakterien oder Schimmelpilzen als Metaboliten gebildet werden können. Für diese Stoffe kennt unser Atmungssystem keinerlei Abwehrmechanismen, sie gelangen inhalativ direkt in die Blutbahn und selbst unser Immunsystem kennt keine Antwort darauf. An der BAuA (Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin) laufen derzeit mehrere Forschungsprojekte zu diesem Thema.

Bisher werden in der Praxis nur bei der Herstellung von Lebensmitteln die aus Schimmelpilzen stammenden Mykotoxine routinemäßig untersucht, um gesundheitlichen Schaden von den Verbrauchern abzuwenden.
Der DFLW e.V. (Deutsche Fachverband für Luft- und Wasserhygiene) führt derzeit mit Partnern in Deutschland, Österreich und der Schweiz Untersuchungen von Staubablagerungen in zentralen RLT-Anlagen durch, um eine Risikoabschätzung vornehmen zu können. Erste Ergebnisse werden hierzu in den nächsten Wochen erwartet.

Kollisionsregel TrinkwV und GEG Gebäudeenergiegesetz

Wenn biologische Gefahren für den Menschen drohen, dann treten viele als selbstverständlich geltende Anforderungen außer Kraft und Hygiene genießt Vorrang. Das gilt häufig auch für Bemühungen, den Energiebedarf zu begrenzen.

Ein wichtiges Beispiel sind die notwendigen Warmwassertemperaturen in Trinkwasser-Installationen. In einer kürzlich veröffentlichten Mitteilung stellt das Umweltbundesamt klar, dass eine Unterschreitung von Warmwasser- und Zirkulationstemperaturen unzulässig ist.

Die Mitteilung ist unter folgendem Link vom UBA abrufbar: www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5620/dokumente/anlage_2_dokument_mitteilung_zum_gebaeudeenergiegesetz_ii_3.5_final.pdf

Bewertung von Legionellenbefunden in Hochrisikobereichen

Am 14. Januar 2021 wurde vom Umweltbundesamt eine Empfehlung veröffentlicht, welche ausschließlich eine aktualisierte Bewertung von Legionellenbefunden in Hochrisikobereichen von Krankenhäusern sowie anderen medizinischen und Pflegeeinrichtungen darlegen soll.
Bei genauer Durchsicht bleiben jedoch für den geneigten Leser mehr Fragen offen, eine Hilfestellung für eine praxisorientierte Bewertung von Befunden ist es nach jetzigem Stand nicht.

Insbesondere ist der Begriff „Hochrisikobereich“ in der Empfehlung nicht konkretisiert, welche Entnahmestellen sind beispielsweise in Trinkwasser-Installationen von Altenpflegeheimen oder Kinderkrippen mit einem hohen Risiko für die Nutzer in Verbindung zu bringen?  
Die gewollte Aktualisierung einer Empfehlung aus 2006 scheint mit einem bloßen Verweis auf die einstige Empfehlung etwas misslungen. Vielmehr wäre es geboten, diese Sonderbetrachtungen in eine Aktualisierung der UBA-Empfehlung zur systemischen Untersuchung münden zu lassen.

Die Empfehlung ist unter folgendem Link beim Umweltbundesamt abrufbar: www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/medien/5620/dokumente/anlage_2_dokument_aktualisierung_leg-empfehlung_2006_ii_3.5_final.pdf

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